Sterbehilfe Schweiz – im Land der Möglichkeiten

Die Schweiz hat in Grossbritannien ein tödliches Image: Die neue Redewendung “Going to Switzerland” steht für die Reise in den gewünschten Tod, als Umschreibung für den assistierten Suizid.“.

Dies berichtet der Tagesanzeiger im Artikel “Die letzte Reise” zum Thema Sterbehilfe in der abscheulichen Praxis in der Schweiz.

Auffallend – und sicherlich von der swisscom sicherlich nicht gewollt – ist die Platzierung ihrer Werbung “Willkommen im Land der Möglichkeiten” direkt in diesem Umfeld. Aber kontextbezogene Werbung geht bekanntlich öfters schief.

Werbung zum Text?

#MartiniDiskriminiert – daher ab ins Klo damit, meint @mabacher zu @Martini_drinks

„Martini Terrazza“ mit Stufen am Rathausplatz / Foto: Martin Habacher

“Im Juli und August findet dort schon seit 18 Jahren das Sommerkino statt. Rund um das Kino gibt es ein reichhaltiges Gastroangebot”, hält der Wiener Blogger Martin Habacher und erzählt weiter: “Eines davon ist eine Bar die von Martini, unter dem Namen „Martini Terrazza“ betrieben wird.”

Da aber diese Bar nur über Stufen erreichbar ist, ist sie für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer unbenützbar.

“DAS MUSS NICHT SEIN!!! Martini fein, bei mir nur noch ins Klo hinein!”, zeigt sich Martin Habacher sichtlich verärgert. Siehe auch sein Video dazu:

Am Dach der Bar gibt es auch noch ein Formel 1 Auto:

Martini Terrazza

Warum ich das neue Icon für Barrierefreiheit gut finde

Neues Icon / The Accessible Icon Project

The Accessible Icon Project

Wie kürzlich in einem Artikel auf BIZEPS-INFO gezeigt, finde das neue Icon des “The Accessible Icon Project” sehr gut.

Es ist viel dynamischer und zeigt uns in einer aktiven Rolle.

Dies auf einem Icon zu zeigen, dass dauernd in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ist, kann nur gut sein.

Auf der Homepage des Projektes wird auch schön erklärt, worin sich das Icon im Detail unterscheidet und was genau damit ausgedrückt wird.

Es wäre super, wenn es in Wien häufiger zu sehen wäre.

Bei BIZEPS erhältlich

Bestellung auf der BIZEPS-Homepage ab sofort möglich.

Neue Aufkleber "Piktogramm für Barrierefreiheit" bei BIZEPS erhältlich

Gute Reaktion von Le Méridien Wien

Zara Todd, Rollstuhlfahrerin und bekanntes Mitglied der britischen Behindertenbewegung, hat in einem Wiener Hotel heute folgende Erfahrung gemacht und gleich darüber gewittert:

Bei dem erwähnten 5 Stern-Hotel handelt es sich um das Designer-Hotel “Le Méridien Wien“. Die haben darauf wirklich schnell und gut reagiert, aber seht selbst:

Und wie man sieht, war sie höchst zufrieden mit der Reaktion.

Eine sympathische und schnelle Reaktion auf einen Missstand inklusive umgehender Behebung. So gehört sich das. Bravo!

Warum beim Stephansplatz ein zweiter Aufzug wichtig wäre

Das Wiener U-Bahn Netz wurde in den letzten Jahren gut ausgebaut und ist auch für mobilitätsbehinderte Menschen nutzbar. Jede Station verfügt über zumindest einen barrierefreies Ausgang.

Natürlich gibt es Stationen die mehr als die anderen genutzt werden. Die Station mit den meisten Fahrgästen (mit über 220.000 Personen pro Tag) nutzen mehr als in Innsbruck und Villach zusammen leben! Trotzdem hat diese Station nur einen Aufzug; und einen extrem kleinen noch dazu. Das führt dazu, dass immer nur ein Kinderwagen oder eine RollstuhlfahrerIn mitfahren kann.

Stau beim U-Bahn Aufzug Stephansplatz

Da auch ich diese Station leider häufig nutzen muss, sehe ich das immer. Als Mitglied des Menschenrechtsbeirates bin ich regelmässig in der Volksanwaltschaft, die ziemlich knapp beim Stephansplatz beheimatet ist.

Stau beim U-Bahn Aufzug Stephansplatz

Der ORF brachte am 18. Juli 2014 in “heute konkret” einen sehenswerten TV-Beitrag dazu.

Was die EU uns Konsumenten konkret brachte – Beispiel Telefonkosten

Begonnen hatte es mit einem SMS in Zürich, der letzten Station meiner Reise. Kurz und bündig wurde mir mitgeteilt, dass eine Minute nach Österreich telefonieren 1,49 Euro kostet. Kurz musste ich innehalten und nachsehen, was da genau stand.

Mir schoss sofort das Wort “Raubrittertum” durch den Kopf wie ich weiterlas. Und selbst wenn ich angerufen werde (oder Mailbox-Nachrichten mir zugestellt werden) muss ich laut Kosteninfo 0,59 Euro bezahlen. Auch die Kosten für Internet sind unverschämt: Man würde mir 12 Euro pro MB verrechnen!

Der Kostenvergleich

Ich habe die Schweizer Kosten mit jenen aus Deutschland und Frankreich verglichen; wo ich wenige Tage vorher war. Hier die Übersicht:

Land aktiver Anruf
pro Minute
% passiver Anruf
pro Minute
% Internet
pro MB
%
Deutschland 0,288 € 100% 0,084 € 100% 0,540 € 100%
Frankreich 0,288 € 100% 0,084 € 100% 0,540 € 100%
Schweiz 1,490 € 517% 0,590 € 702% 12,000 € 2222%

Man mag es kaum glauben, aber ein aktiver Anruf kostet in der Schweiz 5 Mal so viel, angerufen werden 7 Mal so viel und Internet nutzen sogar 22 Mal so viel wie in Deutschland und Frankreich. Wieso ist das so?

Die Antwort ist recht einfach: Seit Jahren kämpft die Europäische Union für die Konsumentinnen und Konsumenten und hat Höchstbeträge für Roaming-Gebühren festgesetzt um die bis dahin üblichen Raubrittermethoden der Telekombetreiber zu unterbinden. Wie man sieht mit Erfolg. Die Schweiz ist nicht daran gebunden und man sieht schön, was auch wir früher bezahlt haben.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht sicherlich noch billiger und gerade beim Internet muss es noch deutlich billiger werden. Aber gerade die Telefonkosten sind ein schönes Beispiel, wo deutlich sichtbar wird, was die EU für uns Konsumentinnen und Konsumenten erreicht hat.

Die Kosten-SMS im Detail

Was die EU uns Konsumenten konkret brachte

Nettes Video zu diesem Thema: “Was hat die EU je für uns getan?”

Ziemlich hoch der DC Tower – und einen schönen Ausblick gibt es auch

Nach dem ATAG 2014 vom Verein accessible media im Tech-Gate machten Sandra Kallmeyer, Eric Eggert, Markus und ich einen Abstecher zum DC Tower (Info Wikipedia).

DC Tower 1

Obwohl schon zugänglich, machte alles jedoch noch einen sehr unfertigen Eindruck. Der Ausblick von oben war sehr gut und mittelfristig wird das sicherlich eine sehr starke – vielleicht sogar übermächtige – Konkurrenz für den Donauturm.

Faktum ist: Der DC Tower ist mit knapp über 200 Metern der höchste Aussichtspunkt Wiens. Es gibt oben auch ein barrierefreies WC. (Weitere Fotos)

Aufregender finde ich aber Le Loft.

DC Tower 1

Tipp: Traumhafter Blick vom Le Loft in Wien

Blick vom Le Loft

Kürzlich war mit Patricia Brück (von ihr sind die meisten Fotos in dieser Übersicht) im “Le Loft” im Hotel Sofitel (Praterstraße 1, 1020 Wien). (Die Bar ist halbwegs leistbar – Das Lokal zu besuchen sollte man sich genau überlegen, weil teuer.)

Spiegellungen des Sonnenuntergangs

Blick von oben

Die Praterstraße von oben.

Praterstraße von oben

Knapp vor dem Sonnenuntergang - Blick Richtung Donauturm

Schöne Spiegelungen

Wenig später kam dann die Abenddämmerung und tauchte die ganze Landschaft unter uns – aber auch Le Loft – in ein ganz anderes Licht.

Spiegellungen des Sonnenuntergangs

Dämmerung bricht ein

Abenddämmerung über Wien

Wir hatten das Glück auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mitzuerleben. Die Spiegelungen waren beeindruckend und sahen so aus:

Abenddämmerung über Wien

Abenddämmerung über Wien

Deckenbeleuchtung wird bestimmend

Am Abend wird dann die Deckenbeleuchtung das bestimmende optische Element. Dabei verschwimmt durch Spiegelungen die Abgrenzung zwischen innen und außen beinahe – fast ein wenig unwirklich. (Dieser Effekt ist auch von unten – beispielsweise vom Schwedenplatz – gut sichtbar.)

Deckenbeleuchtung

Der Besuch ist sehr empfehlenswert. Es gibt zwar auch andere schöne Aussichtspunkte (DC-Tower, Donauturm, Kahlenberg, Tech-Gate), aber das Le Loft hat meiner Meinung nach ein besonderes Flair. Mitten in der Stadt, aber mit seinem 18. Stockwerk doch noch knapp über den Dächern der Umgebung.

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