Frank Stronach und die bösen Medien

Viel Aufmerksamkeit verursachte ein Beitrag der Zeitschrift “DATUM” mit dem Titel “Warum DATUM kein Interview mit Frank Stronach führt“.

Darin wird von einer “Erklärung” berichtet, welche Journalistinnen und Journalisten unterschreiben müssen, wenn sie ein Interview mit Stronach machen wollen. (“Falls die Autorisierung des Interviews nicht erteilt wird, werde ich weder den Umstand des Interviews noch das Gespräch ganz oder auszugsweise veröffentlichen.”)

Schlechte Erfahrungen

Frank Stronach, argumentiert sein Formular damit, dass er “einige sehr schlechte Erfahrungen mit manchen Medien gemacht” habe.

Das Echo war erwartbar; manche fühlen sich in die Vergangenheit zurückerinnert.

oder auch

Interview abgelehnt

Übrigens: DATUM hat ein Interview unter diesen Bedingungen abgelehnt; was ich sehr gut finde.

Der Österreichischer Journalisten Club empfiehlt die gleiche Vorgangssweise. “Eine solche Erklärung ist eigentlich eine zivilrechtliche Vereinbarung”, erläuterte Medienanwältin Windhager im ORF. Man wäre somit an diese Vorgangsweise gebunden.

Gibt es schon Erfahrungen?

Ich habe per Twitter Kolleginnen und Kollegen gefragt, ob sie die “Erklärung” unterschreiben mussten. (Text)

Inoffiziell bekam ich die Antwort: nein

Daraus schließe ich: Entweder ist diese Vorgangsweise neu oder das Team Stronach probiert dies nur bei kleineren Medien.

Lustiger Gegenvorschlag

Es dauerte nicht lange bis Journalistinnen und Journalisten einen lustiges Gegenvorschlag machten:

Nachtrag: “Erklärung” mit “sofortiger Wirkung” geändert

Das “Team Stronach” änderte nun seine geforderte “Erklärung” mit “sofortiger Wirkung”, ist einer Presseaussendung zu entnehmen und es heißt dort weiters: “Wir bedanken uns ausdrücklich beim Österreichischen Journalistenclub und allen JournalistInnen Österreichs, die uns auf unseren Fehler aufmerksam gemacht haben und versichern, dass zu keinem Zeitpunkt ein Eingriff in die Pressefreiheit Ziel unseres Handelns war.”

Der Österreichischer Journalisten Club lehnt die Änderung als “Augenauswischerei” ab.

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